Intrinsische Motivation: So gelingt die Veränderung

Die meisten Menschen haben eine bestimmte Vorstellung vom Leben. Sie wären gerne fitter, gesünder oder wünschen sich einfach mehr Zufriedenheit in ihrem Leben. Doch sobald sie anfangen, etwas zu ändern, hält die Veränderung nicht lange an. Nach einer kurzen Zeit stürzen die neuen Gewohnheiten wie ein Kartenhaus zusammen, sie sind unglücklicher als vorher und wissen nicht, wie man dauerhaft eine Veränderung vornehmen soll. 

Warum ich mich erst am Boden befinden musste, um zu lernen, wie dauerhafte Motivation gelingt und welche Technik ich anwandte, um meine Ziele zu erreichen, erfährst du in diesem Blogbeitrag.

Mein Weg zur Veränderung

Es war 8:37 Uhr und ich wartete auf das Ergebnis meiner Sonographie. Normalerweise wird eine Sonographie bei Schwangeren durchgeführt, um das Geschlecht des Kindes zu erfahren. In meinem Fall war es ein verzweifelter letzter Versuch, die Ursache für meinen kränklichen Zustand festzustellen. Seit mehreren Monaten suchte ich die verschiedensten Ärzte auf, um endlich eine Antwort zu erhalten.

Ich saß auf einem unbequemen Plastikstuhl im Sprechzimmer des Arztes. Die Luft war stickig und die blassen Wände erdrückend. Mit jeder Minute, die ich wartete, stieg mein Verlangen, aufzustehen und nach Hause zu gehen. Ich war gefrustet und wütend. In den letzten Wochen verbrachte ich mehr Zeit bei Ärzten als in der Schule. Dass ich jemals die Schule vermissen würde, hätte ich niemals gedacht.

Ich möchte die Schule nicht verteufeln, aber für mich war sie stets ein schwieriger Ort und wir wurden nie die besten Freunde. 

Nichtsdestotrotz sah ich es als meinen einzigen Ausweg, um ein gutes Leben für meine Mutter und mich zu ermöglichen. Mittlerweile hatte ich realisiert, dass niemand kommen würde, um uns zu retten.

Wir waren auf uns alleine gestellt.

Aus psychischem Druck in eine Abwärtsspirale

Meine Aufgabe war es, unseren finanziellen Problemen ein Ende zu setzen. Deshalb schmerzte es umso mehr, seit mehreren Monaten nicht in der Verfassung zu sein, gute schulische Leistungen erbringen zu können. Dabei war es weniger der physische Schmerz, sondern hauptsächlich der psychische Druck. Die Tatsache, dass ich zur Schule gehen wollte, aber nicht konnte, machte mich traurig und wütend zugleich. Oft erschien ich zur ersten Schulstunde und fuhr bereits nach der zweiten Stunde nach Hause. Es war die Hölle.

Der Frust und das Gefühl der Ungerechtigkeit machten sich in mir breit. Ich fing an mir einzureden, dass das Leben mich hasste und begab mich in eine Abwärtsspirale. Mittlerweile war ich an einem Punkt angekommen, wo es mir nicht nur körperlich, sondern auch psychisch miserabel ging.

Nun saß ich da und wartete auf das Ergebnis meiner Sonographie. Es vergingen ein paar Minuten, die sich wie Stunden anfühlten. Schließlich betrat der Arzt das Sprechzimmer. Ich schaute ihn an und von einer Sekunde zur anderen änderte sich mein Gefühlszustand. Sein Blick war fraglos und enttäuscht. Er musste kein Wort sagen, ich konnte die Antwort bereits an seinem Gesicht ablesen. Die Untersuchung hatte keine zufriedenstellenden Antworten hervorgebracht.

Wieder einmal ein Schuss ins Leere.

Am liebsten wäre ich aus dem Sprechzimmer gerannt. Die Wut stieg in mir auf und ich gab dem Arzt die Schuld. Ich tat zwar so als wäre ich nicht enttäuscht, aber innerlich war ich am Ende. Als der Arzt mit seiner Analyse fertig war, ging ich ohne Worte aus dem Sprechzimmer. Ich ging, ohne eine Miene zu verziehen, am Empfang vorbei und stürmte auf die Bushaltestelle zu.

Alle Gefühle entluden sich

Erst als ich an der Bushaltestelle ankam, mich hinsetze und sah, dass niemand in der Nähe war, brach ich in Tränen aus. All der Frust und die Wut, die sich in den letzten Monaten bei mir angesammelt hatten, kamen heraus. Ich versuchte es zu unterdrücken, da es mir unangenehm war, in der Öffentlichkeit zu weinen, jedoch ohne Erfolg. Als Reaktion auf das Unterdrücken fing mein Körper zu zittern an und die Tränen strömten über mein Gesicht. Ich hatte so etwas noch nie erlebt. Erst nach einigen Minuten konnte ich mich wieder beherrschen. Ich atmete tief durch und schaute mich um. Niemand hatte es gesehen. Zum Glück.

Als ich Zuhause ankam realisierte ich, dass ich mich zu sehr hineingesteigert hatte. Es stimmte zwar, dass ich mich weiterhin körperlich schlecht fühlte, aber ich verschlimmerte meine Situation durch den psychischen Druck, den ich selbst erschuf.

Ich musste die Verantwortung übernehmen

Mir war klar, dass ich etwas ändern musste. Nur wusste ich nicht, wie genau ich anfangen sollte. Glücklicherweise lag auf der Kommode neben meinem Bett ein Buch, das mir meine Tante vor einigen Monaten zum Geburtstag geschenkt hatte. Sie war eine der Personen, die versuchte, mir zu helfen. Ich las damals ein paar Seiten, aber die Motivation verflog schnell.

Doch an diesem Tag hatte ich das Verlangen, etwas zu verändern. Also nahm ich das Buch, ,,Rich Dad Poor Dad" von Robert Kiyosaki, in die Hand und fing an, zu lesen. Ich las nicht viel, ungefähr 30 Seiten, aber für mich war das ein immenser Schritt.

Es veränderte meine Sicht auf das Leben.

Das Buch beinhaltete viele interessante Erkenntnisse, aber für mich war vor allem ein Punkt relevant. Ich hatte damals verstanden, dass unsere Sicht auf das Leben darüber entscheidet, wie wir Situationen interpretieren. Auch wenn viele behaupten, dass es sich bei dem Buch um ein Finanzbuch handelt, in meinen Augen ist es ein pures Mindsetbuch.

Mit jeder Seite erkannte ich, dass ich mich in einer Abwärtsspirale befand. Ich musste aufhören, mich selbst zu bemitleiden und anfangen, mein Leben selbst in die Hand zu  nehmen.

Erste Fortschritte

Ich startete damit, nach Möglichkeiten zu suchen, um meine Gesundheit selbst wieder auf Trab zu bekommen. Ich konnte mich nicht mehr darauf verlassen, dass ein Arzt meinen Problemen ein Ende setzen würde. Infolgedessen setzte ich mich mit meiner Ernährung sowie mit meinem Schlaf auseinander. Woche für Woche fühlte ich mich besser. Physisch als auch psychisch. Parallel dazu suchte ich mir einen Nebenjob. Seit mehreren Jahren hatte ich mir das Ziel gesetzt, neben der Schule Geld zu verdienen, um mir endlich ein richtiges Bett kaufen zu können. Ich schlief damals noch auf einem Sofa. Nun kam ich endlich ins Umsetzen und fing an, bei einem Bäcker aus meiner Stadt zu arbeiten.

Kontinuierlich schien sich mein Leben in verschiedenen Bereichen zu verbessern. Ich war seltener krank, kaufte mir mein erstes eigenes Bett und konnte in der Schule durchstarten. Doch irgendwie fühlte es sich komisch an. Es gab zwar Wochen, in denen ich motiviert und energiegeladen war, aber auch Wochen, in denen ich mich unmotiviert und schlapp fühlte. Ich fragte mich häufig, was der Sinn meines Lebens ist und wofür ich das alles überhaupt mache. Wo soll es irgendwann mal hingehen?

Es fehlte mir an einem starken Warum, welches mich nachhaltig motivierte.

Das Journaling für anhaltende Motivation

Ich fand lange Zeit keine Antworten auf meine Fragen, bis ich das Buch ,,Das Robbins Power Prinzip" von Anthony Robbins in die Hand bekam. Mit jeder Seite wurde meine Sicht auf das Leben klarer. Es war so, als würde jemand die verdreckten Gläser meiner Brille säubern. Ich erkannte, dass wir unseren Sinn im Leben selbst kreieren müssen. Jeder muss für sich selbst festlegen, in welche Richtung sich das eigene Leben entwickeln soll. Aus diesem Grund schrieb ich mir, auf Anordnung des Buches, für vier Lebensbereiche meine Jahresziele auf.

  • Persönlich: weniger beschweren
  • Wirtschaftlich: Einkommen von 500€
  • Luxusurlaub für meine Mutter
  • Schulisch: Abiturschnitt von 1,4 

Natürlich sind diese Ziele rückblickend betrachtet sehr vage und nicht messbar formuliert, aber sie gaben mir eine Orientierung. Ich nahm diese Jahresziele und brach sie in kleine Ziele herunter. Dann fing ich an, in meiner Abendroutine jeden Abend meine kleinen Ziele für den nächsten Tag aufzuschreiben und meine Erfolge vom jeweiligen Tag ebenfalls zu verschriftlichen. Somit konnte ich mich jeden Tag aufs Neue motivieren, meinen Fortschritt messen und fokussiert bleiben. Anfangs fühlte es sich komisch und ungewohnt an. Allerdings merkte ich mit jedem weiteren Tag, wie viel Spaß es bringt, ein Journal zu führen. Ich verstand allmählich, weshalb bekannte Persönlichkeiten, die unsere Welt verändert haben, ein Journal führten.  Ein Journal ist wie ein persönlicher Coach. Es stellt sicher, dass du motivierter, glücklicher, fokussierter, dankbarer, entspannter, bewusster, strukturierter und erfolgreicher durchs Leben gehst.

Berühmte Persönlichkeiten, die ein Journal geführt haben: 

  • Marcus Aurelius
  • Albert Einstein
  • Marie Curie
  • Charles Darwin
  • Thomas Edison
  • Leonardo da Vinci

Hauptsache vorwärts

Es verging ein Jahr und ich saß mit meinem Erfolgsjournal auf meinem Bett. Ich blätterte die Seiten durch und blieb bei meinen Jahreszielen stehen. Ich las sie mir durch und stellte fest, dass ich keines dieser Ziele erreicht hatte. Es fühlte sich komisch an. Nicht, weil ich meine Ziele verfehlt hatte, sondern weil ich dachte, dass ich darüber traurig oder enttäuscht sein würde.

Ich fühlte mich jedoch glücklich, motiviert und entspannt. Es hätte mir nicht besser gehen können. Wie konnte das sein? Es ergab für mich keinen Sinn. Ich war schwarz auf weiß gescheitert und dennoch glücklich.

Das war der Moment, in dem ich wirklich verstand, weshalb das Setzen und Verschriftlichen kleiner Ziele und Erfolge so essentiell ist. Ich war an dem Tag nicht traurig oder enttäuscht, weil ich mehr erreicht hatte, als ich mir hätte vorstellen können. Ich hatte erstmals einen Einserschnitt, ich konnte meine Mutter finanziell unterstützen und ich war zum ersten Mal im Urlaub gewesen. All diese kleinen Erfolge machten mich glücklich.

Denn was viele immer wieder vergessen: Glück, oder auch Erfolg, ist kein Ereignis. Wenn du dir ein schnelles Auto oder eine teure Uhr kaufst, ist das für den Moment erfüllend, aber die Glücksgefühle verschwinden schnell. Es ist der Prozess zum Auto oder zur Uhr, nicht das Ereignis selbst, welches einen erfüllt. Nach dem Motto:

,,Der Weg ist das Ziel.”

Das war der Grund, weshalb ich mich glücklich fühlte. Durch die kleinen täglichen Erfolge bekam ich die Motivation, weiterzumachen. Es war wie ein Schwungrad, welches mit jedem Mal anfing, sich schneller zu drehen.

Motivation → Action → Erfolge → Motivation

Nichtsdestotrotz wollte ich meine Ziele erreichen. Also verlängerte ich meine Jahresziele um ein weiteres Jahr. Was im darauffolgenden Jahr passierte, war für mich unbeschreiblich. Genau zwei Jahre später hatte ich erstmals mit meiner Selbstständigkeit die 10.000€ Marke geknackt. Ich konnte meinen Job beim Bäcker kündigen, meiner Mutter eine Urlaubsreise ermöglichen und hatte eine starke Community mit über 70.000 erfolgsorientierten Menschen aufgebaut.

Das Wichtigste dabei war allerdings, dass ich endlich die Dinge tun konnte, die mir Spaß brachten, ohne Angst zu haben, die Rechnungen nicht mehr zahlen zu können. 

Ich führe ein Leben in Freiheit.

Das Erreichen deiner Ziele

Um deine Ziele zu erreichen spielt es keine Rolle, woher du kommst. Ich hatte nie die besten Voraussetzungen und schlief bis zu meinem 17. Lebensjahr auf einer Couch. Es gab Monate, in denen meine Mutter und ich keinen funktionierenden Kühlschrank hatten. Niemand, außer mir, hat an mich und meine Ziele geglaubt. Trotzdem habe ich mich dazu entschlossen, meine eigene Zukunft zu kreieren. Ich habe mir Ziele gesetzt und diese erreicht. Genau das wirst du ebenfalls mit dem Creator Journal.

Ich bin der festen Überzeugung, dass mein Erfolgsjournal den größten Einfluss auf meinen Erfolg hatte und weiterhin hat. Aus diesem Grund trage ich seit vier Jahren jeden Tag meine Ziele und Erfolge ins Erfolgsjournal ein. Es stellt sicher, dass ich nicht vom Weg abkomme und meine Ziele erreiche.

Sicherlich wird es auch dir dabei helfen, ein Leben nach deinen Vorstellungen zu kreieren.


1 Kommentar


  • Hailstones

    Thank you for your honest post. In this day and age with computers hand writing and pages are the best for reflection and life journeys – in my opinion.


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