Negative Aspekte Social Media: Es ist nicht alles schön

Kennst du das? Du musst etwas erledigen, aber ständig greifst du zum Handy und lässt dich ablenken. Was eigentlich nur ein kurzes Checken der Benachrichtigungen werden sollte, endet in einem endlosen Scrollen durch Social Media. Irgendwann merkst du selbst, dass es langsam viel wird, aber du kannst dich einfach nicht losreißen. Und so verbringen wir alle viel mehr Zeit auf sozialen Netzwerken als wir eigentlich wollen und spüren die negativen Aspekte von Social Media am eigene Leib. 

Doch warum machen Soziale Medien uns überhaupt so abhängig und was kann man dagegen tun, um die negativen Aspekte von Social Media zu umgehen?

 

Negative Aspekte Social Media: Geschäftsmodell hinter Facebook und Co.

Zunächst einmal mag es widersprüchlich erscheinen, dass wir als Social Media Brand vor den negativen Aspekten von Social Media warnen. Wir veröffentlichen zahlreiche Inhalte auf unseren sozialen Kanälen und wollen auch, dass Menschen diese sehen. Nichtsdestotrotz kann man nicht darüber hinwegsehen, dass es einige negative Aspekte bei Social Media gibt. 

Neben den zahlreich positiven Aspekten wie den Austausch untereinander und der Motivation, die man durch soziale Medien bekommen kann, basiert das Geschäftsmodell der großen Konzerne alle auf dem gleichen Ziel - uns an den Bildschirm zu ,,fesseln”. 

Auch wenn die Nutzung dieser Plattformen kostenlos ist und du kein Produkt kaufen musst, um es nutzen zu können, gibt es dennoch ein Produkt. 

Dieses Produkt bist du selbst.

Facebook, Instagram, Twitter und Co. verdienen ihr Geld mit Werbung. Dies bedeutet, dass andere Unternehmen sie bezahlen, um auf ihren Plattformen Werbung schalten zu können. Dementsprechend ist es für soziale Medien von Vorteil, genau zu analysieren, was deine Interessen sind, welche Bilder du dir wie lange anschaust und welche Themen du magst, um zielgenau Werbung platzieren zu können. 

Im Umkehrschluss bedeutet das, je besser sie dich kennen und je länger du auf der App bist, desto mehr Geld können sie verdienen. 

Zusammengefasst verfolgen die Techunternehmen 3 große Ziele: 

  • Das Aktivitätsziel: die Maximierung der Bildschirmzeit der Nutzer
  • Das Wachstumsziel: immer mehr Nutzer generieren und stetig wachsen
  • Das Werbeziel: Geld durch Werbung verdienen

 

Negative Aspekte Social Media: Die Ausmaße

Mittlerweile gibt es kaum jemanden, der nicht auf sozialen Netzwerken unterwegs ist. Über 2 Milliarden Menschen nutzen sie, Tendenz steigend. Das ist fast jeder vierte Mensch weltweit. In den Vereinigten Staaten nutzen 74 % der Erwachsenen soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter, LinkedIn, Pinterest und Instagram. Diese allgegenwärtige Nutzung von Social Media erzeugt eine riesige Menge an Daten. 

Jeden Tag veröffentlichen Menschen eine Milliarde Posts auf Facebook, twittern 400 Millionen Nachrichten, laden Videos mit einer Dauer von 12 Jahren auf YouTube hoch und nehmen 300.000 Änderungen auf Wikipedia vor. 

Der endlose Strom der Kommunikation und Vernetzung der Menschen verändert die Art und Weise, wie wir denken und Informationen aufnehmen. Daher überrascht es nicht, dass Social Media in den letzten Jahren einen Ansturm wissenschaftlicher Untersuchungen angestoßen hat, die unter anderem die negativen Aspekte von Social Media beleuchten.

 

Social Media: Gift für unser Gehirn? 

Aus neurologischer Sicht beeinflussen soziale Medien verschiedene Gehirnfunktionen auf einzigartige Weise. Sie enthalten viele Kombinationen von Reizen, die unterschiedliche Reaktionen auslösen können. Daher sind die Auswirkungen selbst sehr verschieden. 

Social Media und das Belohnungssystem

Positive Aufmerksamkeit in sozialen Medien betrifft mehrere Teile des Gehirns. So führt das Ansammeln von Likes auf Facebook, Twitter oder Instagram zu einer Aktivierung des Belohnungssystems. Wenn Social Media Nutzer positives Feedback erhalten, schütten die Nervenzellen im Gehirn Dopamin aus. Ein Neurotransmitter, der positive Gefühlserlebnisse vermittelt. 

Forscher, die das Gehirn von Jugendlichen analysierten, die regelmäßig auf Instagram surfen, stellten fest, dass das Betrachten von Fotos mit vielen Likes mit einer größeren Aktivität in neuronalen Regionen verbunden war, die unter anderem am Belohnungszentrum beteiligt sind.

Da soziale Medien so eng mit dem Belohnungssystem des Einzelnen verbunden sind, sollten Nutzer die Macht der von ihnen verwendeten Plattformen erkennen und daher auch das Potential für negative Aspekte an Social Media anerkennen. Dinge wie Glücksspiel und Betäubungsmittel haben die Macht, in ähnlicher Weise über das Belohnungssystem des Gehirns zu herrschen. Daher solltest du dir unbedingt dieser Parallelen bewusst sein.

Soziale Zugehörigkeit als negativer Aspekt an Social Media

Des Weiteren können Social-Media-Stimuli die Entscheidungsfindung und die emotionalen Verarbeitungsfunktionen des Gehirns beeinflussen. In einer weiteren Studie, die die Gehirnaktivität bei Jugendlichen beobachtete, fanden Forscher heraus, dass Teile des Gehirns, die in die emotionale und sensorische Verarbeitung involviert sind, auffallend reagierten, wenn sich Nutzer ausgeschlossen fühlten. Das heißt, wenn ein Jugendlicher von Online-Gruppen, Chats oder Events ausgeschlossen wurde, reagierte das Gehirn in diesen Situationen direkt. Auch wenn wir kognitiv zwischen realer und digitaler Anerkennung differenzieren können, unser Gehirn kann das nicht. Dadurch spüren wir ähnliche Gefühle, wenn uns jemand im realen Leben lobt und wenn wir ein Like erhalten. 

Erklären lässt sich die Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse mit der bereits im 20. Jahrhundert vom US-amerikanischen Psychologen Abraham Maslow veröffentlichten Bedürfnispyramide. 

Die Bedürfnispyramide nach Maslow 

Zum einen gibt es die physiologischen Bedürfnisse, bei denen es darum geht, genug Essen und ein Dach über dem Kopf zu haben. Sie werden auch Grundbedürfnisse genannt.  

Wichtig bei Social Media sind jedoch die Sozial- und Individualbedürfnisse, die weiter oben auf der Pyramide stehen. Das Ansammeln von Likes und von positivem Feedback auf veröffentlichte Beiträge ist von enormer Bedeutung für das eigene Gefühl der Anerkennung und sorgt schließlich dafür, dass das Belohnungssystem entsprechend aktiviert wird. Dazu kommt das Bedürfnis nach Wertschätzung, die Menschen von anderen Nutzern erhalten möchten. Aus diesem Grund drehen sich die veröffentlichten Beiträge oftmals um die eigene Person, um so die gewünschte Befriedigung erhalten zu können.

Die Absicht, weshalb Menschen ihre Inhalte auf sozialen Medien teilen, liegt darin, ein positives Feedback zu erhalten, das mit einem positiven Selbstwertgefühl einhergeht. Dabei beeinflusst die Suche nach Likes oder Followern stark, warum Nutzer etwas posten. Die dadurch generierte Aufmerksamkeit sorgt dafür, dass immer mehr Inhalte geteilt werden, um diese Gefühlslage öfter erleben zu können.

Es entsteht ein Kreislauf, den man so schnell nicht durchbrechen kann. Man sollte sich daher auch diesem potentiell negativen Aspekt von Social Media bewusst sein.

Sozialer Druck durchs Vergleichen

Ein weiterer möglicher negativer Aspekt von Social Media ist das Streben nach Anerkennung. Wer auf der Suche nach Anerkennung ist, kommt nicht drumherum, sich mit anderen zu vergleichen. Besonders oft finden diese Vergleiche statt, wenn die entsprechenden Personen miteinander vernetzt sind. Das Problem dabei ist, dass Menschen, die ein geringes Selbstwertgefühl haben oder auf der Suche nach ihrer eigenen Identität sind, dazu motiviert werden, sich eine neue Identität aufzubauen. Oft entspricht dies aber nicht der Realität, wodurch sich Nutzer teilweise so stark unter Druck gesetzt fühlen, dass sie eine Welt erschaffen, die realitätsfern ist. 

 

Social Media: Überwiegen negative Aspekte?

Auch wenn Social Media viele gute Seiten hat, solltest du dir bewusst machen, aus welchen Gründen du diese Plattformen nutzt. Nutzt du sie lediglich, um die Bestätigung anderer zu erhalten oder um dich inspirieren und motivieren zu lassen? Grundsätzlich lässt sich sagen, dass diese Plattformen Fluch und Segen zugleich sind und daher nicht unbedingt die negativen Aspekte von Social Media überwiegen müssen.

Solltest du dich selbst dabei erwischen, dich ständig mit anderen zu vergleichen und nach immer mehr Likes und Followern zu streben, solltest du deinen Konsum definitiv reduzieren. Gleiches gilt auch, wenn Facebook & Co. deinen Alltag insoweit bestimmen, dass andere Dinge ihnen untergeordnet werden und du deine eigentlichen Ziele aus den Augen verlierst.

Versuche in dem Fall, eine Zeit lang ohne Social Media zu verbringen, um die für dich negativen Aspekte von Social Media zu umgehen. Für den Anfang reicht es, dir vorzunehmen, einen halben Tag kein Social Media zu nutzen. Mache aus einem halben Tag einen ganzen, um festzustellen, inwiefern soziale Netzwerke deinen Alltag gelenkt und beeinflusst haben.

Aber wie gelingt das?

 

Digital Detox gegen negative Aspekte von Social Media

Um es dir so einfach wie möglich zu machen, die negativen Aspekte von Social Media auf deine Gesundheit zu verhindern, solltest du die Apps direkt deinstallieren. Je aufwändiger es ist, die Plattform aufzusuchen, umso unattraktiver wird der Besuch dieser. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie nicht mehr auf deinem Home-Bildschirm angezeigt werden und du sie daher aus den Augen verlierst, ganz nach dem Motto: „Aus den Augen, aus dem Sinn.“

Solltest du stattdessen lediglich deinen täglichen Konsum reduzieren wollen, kann die Deaktivierung von Benachrichtigen sinnvoll sein. So wirst du nicht ständig durch aufkommende Benachrichtigungen daran erinnert, die Plattform aufzusuchen. Ein weiterer Vorteil ist, dass du dich weniger leicht ablenken lässt, deine Konzentration automatisch zunimmt und du länger fokussiert bleiben kannst. Eine Alternative wäre auch der „Nicht-stören-Modus“ auf dem iPhone. In diesem werden all deine Mitteilungen stummgeschaltet und du kannst dich ungestört auf die Dinge fokussieren, die in diesem Moment anstehen.

Wenn du die sozialen Medien stattdessen nutzt, um mit deinen Freunden im Austausch zu bleiben, kannst du dich auch mit alternativen Kontaktmöglichkeiten beschäftigen. Ein kurzer Anruf bei einem Freund ist weitaus persönlicher als eine Nachricht über das Internet.

Du hast täglich die Wahl zwischen blindem Konsum und maßvollen Genuss. Für Unternehmen wie Facebook und Co. sind wir am gewinnbringendsten, wenn wir den ganzen Tag auf unser Handy starren würden. Notiere am besten deinen Konsum in deinem Erfolgsjournal und reflektiere, wann es zu viel wird, um nicht von den negativen Aspekten von Social Media eingenommen zu werden. 

Nutze Social Media zu deinem eigenen Vergnügen und nicht auf Kosten deiner Gesundheit. 


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